Eine Woche lang wollten die drei deutschen Touristen in
den Süden Frankreichs reisen, um sich dort bei angenehmen Wetter und Meer zu
erholen. Doch von Erholung konnte keine Rede sein: „Rund um die Uhr
Sonnenschein und hochsommerliche Temperaturen erwarteten uns in St. Jean de
Luz, anstatt dem angekündeten frühlingshaften Wetter.“, meint eine der
Deutschen empört. „Wir wollten doch nur etwas Sonnenschein genießen, denn in
der Bretagne herrscht im Winter Regen.“, vermerkt die Andere.
Anstatt angenehmen Wander- und Erkundigungstouren
verbrachten die Touristen ihren Urlaub damit, sich rund um die Uhr in ihrer
Ferienwohnung zu duschen, denn selbst das Meer war zu warm, um Abkühlung zu
finden.
Einmal wagten sich die jungen Frauen (mit 10 Litern
Wasser im Gepäck) sogar bis nach Spanien, in eine Stadt namens San Sebastiàn,
um Tapas zu essen, doch die Hitze war unerträglich, sodass sie die Suche nach
dem traditionellen Essen abbrachen und in einer Fastfood-Kette speisten. Als
sie sich danach ins Freie wagten, brannte die Sonne auf sie herab. Ihr Trinken
hatten sie schon aufgebraucht und so kämpften sich die Touristen mit letzter
Kraft durch die Sonne, in der Hoffnung, einen Schattenplatz zu entdecken. Doch
vergebens. Geschwächt sanken sie letzten Endes auf den geteerten, heißen Boden
und riefen nach Hilfe, doch die Straßen waren leergefegt, keine Menschenseele
war weit und breit zu erblicken. Im Krankenhaus wachten sie verwirrt auf. Da
alle drei jedoch fließend spanisch sprechen, wurden sie gleich über ihren
Zustand aufgeklärt. Aussicht auf Besserung blieb zunächst auf, da sie durch die
starke Sonneneinstrahlung geschwächt waren. Nun geht es jedoch bergauf. „Von
nun an werden wir nur noch in der Bretagne reisen. Diese Hitze ertragen wir
kein weiteres Mal.“, meinen die drei Deutschen einstimmig.
*Satire-Zeitung
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Unser Urlaub war in der Tat von Sonne gekennzeichnet. Und
das genau einen Tag lang, dem letzten Tag, den wir in St. Jean de Luz
verbrachten. Sonst sahen wir nur Regen, wohingegen in der Bretagne meist die
Sonne schien. Doch da wir an das stürmische und regnerische Wetter gewohnt
sind, haben wir trotzdem unsere Freizeit damit verbracht, das pays basque
(Baskenland) zu entdecken.
Da wir über Bordeaux nach St. Jean de Luz fuhren, nutzten
wir die Gelegenheit, dort ein Mal zu übernachten. Den Abend verbrachten wir
damit, die Stadt zu erkunden und einige Sehenswürdigkeiten des Jakobswegs zu
entdecken. Auf der Suche nach dem „Licht“ (Leuchtturm) kämpften wir uns vier
Stunden lang durch den immer stärker werdenden Regen, bevor wir müde und
genervt die Suche aufgaben.
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| Bordeaux Place de la bourse |
| "Du kommst jetzt mit auf das Bild!" Harmonische Erkundigungstour ;) |
Am nächsten Tag ging es dann weiter nach St. Jean de Luz,
wo wir erst mal mit unseren schweren Rucksäcken den Strand entlang flanierten.
Nachdem wir St. Jean de Luz beziehungsweise seine
Shopping-Straße (aufgrund des Regens bevorzugten wir es, uns im Warmen zu
befinden) abgeklappert haben, folgten Tagesausflüge nach Biarritz (Wechsel
zwischen Regen und Wind von einer Geschwindigkeit von 50-70km/h), Bayonne
(Regen), Ciboure (grenzt an St. Jean de Luz an, etwas weniger Regen) und
natürlich auch San Sebastiàn in Spanien an. Dort war das Wetter anstatt der
angekündigten sonnigen 20°C regnerisch und kalt und so sahen wir nicht viel von
Spanien und aßen keine Tapas, sondern saßen uns verfroren und durchnässt in den
McDonald’s.
Im Gegensatz zum Wetter enttäuschte uns die baskische Patisserie (Konditorei) ganz und gar nicht, sodass wir uns mit schokoladegetränketn Spezialitäten trösten konnten.
Im Gegensatz zum Wetter enttäuschte uns die baskische Patisserie (Konditorei) ganz und gar nicht, sodass wir uns mit schokoladegetränketn Spezialitäten trösten konnten.
Unseren einzigen sonnigen (!!!) Tag verbrachten wir mit einer Wanderung von St. Jean de Luz nach Guéthary (ca. 8km, wenn man an der Küste entlang läuft).
Trotz des schlechten Wetters tat uns der Urlaub am Meer gut; wir erholten uns und verbrachten ganz viel Zeit miteinander.
Trotz des schlechten Wetters tat uns der Urlaub am Meer gut; wir erholten uns und verbrachten ganz viel Zeit miteinander.
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| St Jean de Luz |
| Mittig im Hintergrund befindet sich DAS Wahrzeichen von Biarritz: Der Leuchtturm |
| Bayonne |
| Ausnahmsweise versuchen Lise und ich uns in Bayonne an unserer größten Schwäche: Orientierung |
| Stürmisches Ciboure. Rechts geht es in die Bucht, in der sich auch St Jean de Luz (im Hintergrund zu erahnen) befindet) |
| Ciboure #letustakeapicture |
| "Sonniges" Spanien: San Sebàstian |
| St Jean de Luz an unserem Sonnentag |
Nach dem Urlaub besuchten mich Lola (meine Schwester) und Heli (meine Cousine). Gemeinsam genossen wir (bzw. ich, denn ich war Regen gewöhnt) jeden Sonnenstrahl, den wir erhaschten und verbrachten die Zeit damit, Rennes mit seinen Parks sowie la Fôret de Brocéliande, einen sagenumwobenen Wald, mit dem Auto zu erkunden. Während die filles den Mont St. Michel besuchten, besuchte ich das Haus von Lise, um den ganzen Tag Wäsche zu waschen und endlich WLAN zu haben, denn bei Steffi und mir wird das wahrscheinlich noch dauern...
| Forêt Brocéliande |
| Forêt Brocéliande L'arbre d'or |
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| Heimfahrt von Forêt Brocéliande #stauselfie |
Nun ist Schluss mit Erholung und der Alltag beginnt
wieder. Zwar habe ich die Kinder vermisst, aber Steffi und ich fiebern den
nächsten Ferien schon entgegen, da wir dort in der Bretagne rumreisen werden,
während Lise ein Praktikum in Deutschland macht.
Seit einigen Tagen haben Steffi und ich endlich WiFi in der neuen Wohnung; dies wurde mit Kässpätzle gefeiert, natürlich auf die klassische schwäbische Art - was sehr schwierig ist, wenn man von unwissenden Badnern und Franken über "die richtige" Zubereitung (mit Sahne, glaubsch mer des???) aufgeklärt wird.



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