Freitag, 26. Februar 2016

~17~Der Postillon*: Deutsche Touristen wegen starkem Sonnenstich ins Krankenhaus eingeliefert.

Eine Woche lang wollten die drei deutschen Touristen in den Süden Frankreichs reisen, um sich dort bei angenehmen Wetter und Meer zu erholen. Doch von Erholung konnte keine Rede sein: „Rund um die Uhr Sonnenschein und hochsommerliche Temperaturen erwarteten uns in St. Jean de Luz, anstatt dem angekündeten frühlingshaften Wetter.“, meint eine der Deutschen empört. „Wir wollten doch nur etwas Sonnenschein genießen, denn in der Bretagne herrscht im Winter Regen.“, vermerkt die Andere.
Anstatt angenehmen Wander- und Erkundigungstouren verbrachten die Touristen ihren Urlaub damit, sich rund um die Uhr in ihrer Ferienwohnung zu duschen, denn selbst das Meer war zu warm, um Abkühlung zu finden.
Einmal wagten sich die jungen Frauen (mit 10 Litern Wasser im Gepäck) sogar bis nach Spanien, in eine Stadt namens San Sebastiàn, um Tapas zu essen, doch die Hitze war unerträglich, sodass sie die Suche nach dem traditionellen Essen abbrachen und in einer Fastfood-Kette speisten. Als sie sich danach ins Freie wagten, brannte die Sonne auf sie herab. Ihr Trinken hatten sie schon aufgebraucht und so kämpften sich die Touristen mit letzter Kraft durch die Sonne, in der Hoffnung, einen Schattenplatz zu entdecken. Doch vergebens. Geschwächt sanken sie letzten Endes auf den geteerten, heißen Boden und riefen nach Hilfe, doch die Straßen waren leergefegt, keine Menschenseele war weit und breit zu erblicken. Im Krankenhaus wachten sie verwirrt auf. Da alle drei jedoch fließend spanisch sprechen, wurden sie gleich über ihren Zustand aufgeklärt. Aussicht auf Besserung blieb zunächst auf, da sie durch die starke Sonneneinstrahlung geschwächt waren. Nun geht es jedoch bergauf. „Von nun an werden wir nur noch in der Bretagne reisen. Diese Hitze ertragen wir kein weiteres Mal.“, meinen die drei Deutschen einstimmig.


*Satire-Zeitung
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Unser Urlaub war in der Tat von Sonne gekennzeichnet. Und das genau einen Tag lang, dem letzten Tag, den wir in St. Jean de Luz verbrachten. Sonst sahen wir nur Regen, wohingegen in der Bretagne meist die Sonne schien. Doch da wir an das stürmische und regnerische Wetter gewohnt sind, haben wir trotzdem unsere Freizeit damit verbracht, das pays basque (Baskenland) zu entdecken.
Da wir über Bordeaux nach St. Jean de Luz fuhren, nutzten wir die Gelegenheit, dort ein Mal zu übernachten. Den Abend verbrachten wir damit, die Stadt zu erkunden und einige Sehenswürdigkeiten des Jakobswegs zu entdecken. Auf der Suche nach dem „Licht“ (Leuchtturm) kämpften wir uns vier Stunden lang durch den immer stärker werdenden Regen, bevor wir müde und genervt die Suche aufgaben.
Bordeaux Place de la bourse

"Du kommst jetzt mit auf das Bild!" Harmonische Erkundigungstour ;)

Am nächsten Tag ging es dann weiter nach St. Jean de Luz, wo wir erst mal mit unseren schweren Rucksäcken den Strand entlang flanierten.
Nachdem wir St. Jean de Luz beziehungsweise seine Shopping-Straße (aufgrund des Regens bevorzugten wir es, uns im Warmen zu befinden) abgeklappert haben, folgten Tagesausflüge nach Biarritz (Wechsel zwischen Regen und Wind von einer Geschwindigkeit von 50-70km/h), Bayonne (Regen), Ciboure (grenzt an St. Jean de Luz an, etwas weniger Regen) und natürlich auch San Sebastiàn in Spanien an. Dort war das Wetter anstatt der angekündigten sonnigen 20°C regnerisch und kalt und so sahen wir nicht viel von Spanien und aßen keine Tapas, sondern saßen uns verfroren und durchnässt in den McDonald’s.
Im Gegensatz zum Wetter enttäuschte uns die baskische Patisserie (Konditorei) ganz und gar nicht, sodass wir uns mit schokoladegetränketn Spezialitäten trösten konnten.

Unseren einzigen sonnigen (!!!) Tag verbrachten wir mit einer Wanderung von St. Jean de Luz nach Guéthary (ca. 8km, wenn man an der Küste entlang läuft).
Trotz des schlechten Wetters tat uns der Urlaub am Meer gut; wir erholten uns und verbrachten ganz viel Zeit miteinander.


St Jean de Luz
Mittig im Hintergrund befindet sich DAS Wahrzeichen von Biarritz: Der Leuchtturm
Bayonne
Ausnahmsweise versuchen Lise und ich uns in Bayonne an unserer größten Schwäche: Orientierung
Stürmisches Ciboure. Rechts geht es in die Bucht, in der sich auch St Jean de Luz (im Hintergrund zu erahnen) befindet)
Ciboure #letustakeapicture
"Sonniges" Spanien: San Sebàstian
St Jean de Luz an unserem Sonnentag 

Nach dem Urlaub besuchten mich Lola (meine Schwester) und Heli (meine Cousine). Gemeinsam genossen wir (bzw. ich, denn ich war Regen gewöhnt) jeden Sonnenstrahl, den wir erhaschten und verbrachten die Zeit damit, Rennes mit seinen Parks sowie la Fôret de Brocéliande, einen sagenumwobenen Wald, mit dem Auto zu erkunden. Während die filles den Mont St. Michel besuchten, besuchte ich das Haus von Lise, um den ganzen Tag Wäsche zu waschen und endlich WLAN zu haben, denn bei Steffi und mir wird das wahrscheinlich noch dauern...

Forêt Brocéliande
Forêt Brocéliande L'arbre d'or
Heimfahrt von Forêt Brocéliande #stauselfie

Nun ist Schluss mit Erholung und der Alltag beginnt wieder. Zwar habe ich die Kinder vermisst, aber Steffi und ich fiebern den nächsten Ferien schon entgegen, da wir dort in der Bretagne rumreisen werden, während Lise ein Praktikum in Deutschland macht. 

Seit einigen Tagen haben Steffi und ich endlich WiFi in der neuen Wohnung; dies wurde mit Kässpätzle gefeiert, natürlich auf die klassische schwäbische Art - was sehr schwierig ist, wenn man von unwissenden Badnern und Franken über "die richtige" Zubereitung (mit Sahne, glaubsch mer des???) aufgeklärt wird. 

Mittwoch, 3. Februar 2016

~16~ Plötzlich 80 - wenn Teenies vorzeitig altern

Es ist Freitagabend und die mamies (=Oma) Steffi und Eva sitzen gemütlich auf dem canapé (=Sofa), eine Decke über den Beinen, und häkeln vor sich hin. Warm dampft der Lavendeltee (natürlich ökologisch) aus den großen Tassen. „Ich glaube, mir ist schlecht. Du weißt doch, seit wir in Frankreich sind, werde ich dauerhaft krank.“, meint mamie Eva zu Steffi. „Ach Eva, hast du etwa wieder caramel au beurre doux (=Karamelaufstrich) mit Butter gegessen? Schätzchen, abends können wir doch nichts Fettiges zu uns nehmen. Lernst du denn nie dazu?“, antwortet mamie Steffi mitleidig. „Ich hole dir den Magensaft und dann nimmst du brav einen schöööön großen Löffel, d’accord?“ „Nein, der Saft schmeckt eklig. Außerdem habe ich noch Okubaka und das Akkupressur-Buch, das hilft eher als dieses Industriezeugs!“, erwidert mamie Eva darauf.
„Ach Steffi, morgen ist Markt, wollen wir zusammen hingehen und ein bisschen rumschlendern?“, sagt mamie Eva, nachdem sie Okubaka genommen und akkupressiert hat. „Stimmt, morgen ist ja schon Samstag! Endlich Wochenende, die Arbeit mit den Kindern ist schön aber anstrengend.“ Zustimmend nickt mamie Eva. „Dann lass uns doch mal den Essensplan für die nächsten zwei Wochen erstellen. Hier meine Kät-Bücher*. So, was gibt es denn? Oh, das sieht gut aus!“, meint mamie Steffi. „Aber Steffi, das ist mit Käse, du weißt doch: Nichts fettiges, däftiges, herbes, scharfes oder lactosehaltiges abends.“, kommentiert mamie Eva bedauernd. „Stimmt, du hast Recht.“. Mamie Steffi blättert weiter, auf der Suche nach Rezepten, die den Kriterien entsprechen. „Was meinst du dazu? Zucchini-Nudeln? Wir lassen den Parmesan einfach weg und nehmen dafür ein klitzekleines Stückchen Frischkäse, das haben wir doch letztens auch vertragen.“ „Aber Steffi, Zucchini sind nicht saisonal! Schau doch mal auf die Tabelle: Im Januar gibt es Pastinaken, Kohl, Kohl, Kohl, Karotten, Pastinaken...“ – „Oh nein, komm mir bloß nicht mit Pastinaken, dein Low-Carb Ofenpastinaken Rezept von letztem Mal hat mir Pastinaken für den Rest meines Lebens versaut!“, meint mamie Steffi angewidert. Nur allzu gut erinnern sich die beiden mamies an diesen Abend, verdrängen den Gedanken daran allerdings schnellstens wieder. Die Suche nach Rezepten geht noch einige Zeit weiter, doch letztendlich ist der Wochenplan mit den genialen Gerichten (Kät sei Dank!) erstellt und mamie Steffi und Eva lehnen sich entspannt zurück.
Plötzlich vibriert mamie Evas Handy. „Oh, eine Nachricht von Gildas. Er fragt, ob er uns eine Pizza vorbeibringen soll.“ „Von dem Gedanken an Pizza wird mir schlecht. Weißt du noch letztes Mal? Es war zu viel Käse, Zwiebeln und Knoblauch. Und die scharfe Soße hat mir den Rest gegeben!“, mamie Steffi tätschelt liebevoll ihren Bauch und schaut mamie Eva an. Auch diese tätschelt ihren Bauch. „Du hast Recht. Was würde ich nur ohne dich machen? Außerdem würde er sowieso erst in ein paar Stunden aufkreuzen…“. „Wie viel Uhr ist es denn?“ frägt mamie Steffi. „Schon 19h00“, erwidert mamie Eva.
Mit ungeahntem Elan und Schnelligkeit springt mamie Steffi auf. „Dann ab in den Schlafanzug!“, ruft sie währenddessen entzückt. „Ich habe mich schon gewundert, wieso du ihn nicht gleich angezogen hast, als wir nach Hause gekommen sind. Ich dachte, du triffst dich mit Kathy oder so.“, kommentiert mamie Eva. „Was? Es ist Freitagabend, als würde ich noch was machen! Früher vielleicht, aber in meinem Alter…ich bin auch nicht mehr die Jüngste und du weißt doch, sobald ich in meinem Schlafi bin, kriegt mich niemand mehr aus dem Haus. Außer Liam (Sänger von One Direction)…!“, antwortet mamie Steffi aus ihrem Zimmer, wobei sie nicht mal schreien muss, da die gemeinsame Wohnung sehr klein ist.
„Ach, die Boys.“ Seufzt mamie Eva und denkt träumerisch an das Fanposter von 1D, das in dem Bad hängt. „Für Niall (der mit Abstand tollste Sänger von 1D!!!) würde ich sogar ein Stückchen Crêpe abends essen, während wir romantisch die Villaine (Fluss, der durch Rennes fließt) entlangspazieren.“ 
Mit Schlafi, Fleece, Einhornhausschuhen und ihrer geliebten und praktischen Fancy-Bobbel-Frisur tappt mamie Steffi zurück ins Wohnzimmer/Esszimmer/Küche/Gang. „Oh, ich geh noch schnell aufs Klo! Du weißt doch, ich hab eine kleine Blase.“  Verständnisvoll nickt mamie Eva und widmet sich ihrer Häkelarbeit. „Steffilein, wärst du so gut und schaust nach dem Nora-Roberts-Buch, damit ich dir das nächste Kapitel vorlesen kann? Ich bin so langsam müde, schließlich wollen wir morgen früh zum Markt…“ Ein Blick auf die Uhr genügt mamie Steffi. „Schon halb 10??? Du hast Recht, ich hab gestern so schlecht geschlafen, unsere neuen spanischen Nachbarn haben von 3-5 Uhr morgens noch lautstark diskutiert…“ „Unerhört! Wissen die nicht, dass es auch Leute gibt, die morgens arbeiten müssen? Wir sollten ihnen das mal sagen! Und sie danach nach ihrem WLAN-Passwort fragen…“ meint mamie Eva schockiert. „On le fera demain (=„Wir machen das morgen“), erwidert mamie Steffi, drückt mamie Eva das Buch in die Hand und kuschelt sich an sie. Liebevoll schlägt mamie Eva die richtige Seite auf, streicht über diese und beginnt vorzulesen: „Kapitel 2…“. Nach zahlreichen Lachern** ist die Lesestunde vorüber und die beiden mamies machen sich auf den Weg ins Bett. Mamie Steffi grummelt noch über ihre kalten Füße und dass es eine Zumutung sei, ohne Mikrowelle und somit ohne Heizkissen leben zu müssen, begibt sich ein weiteres Mal auf Toilette und legt sich danach auch hin.

Das Wochenende kann beginnen, ein Hoch auf das Studentenleben!




*“Käts Studentenküche“ sowie „Käts Lunchbox“ dürfen in keinem Haushalt fehlen! Mit abwechslungsreichen und vor allem fettarmen Rezepten zaubert sie Gerichte her, die zu jeder Tageszeit rasch vorbereitet und genießerisch gegessen werden können.

**Wer schon mal ein Buch von Nora Roberts gelesen hat, kann mir nur zustimmen. Wer sich noch keine Auszüge aus den kitschigen und klischeehaften Liebesschnulzen gegönnt hat, sollte dies unbedingt nachholen. Auch in Verbindung mit einem Trinkspiel möglich ;)

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Da Steffi und ich wirklich nichts abends essen können, das in irgendeiner Weise nicht super mega leicht verträglich ist, erstellen wir inzwischen wirklich so wie oben beschrieben unsere Essenspläne. Uns nervt es natürlich total, dass wir so „eingeschränkt“ im puncto Essen sind, aber da zurzeit sowieso Magen-Darm in der Schule rumgeht und wir den Sonntag mit Bauchweh und Umarmen der Kloschüssel verbracht haben, sind wir wirklich vorsichtig.
Hélène war so lieb uns den Dienstag halbtags freizugeben und uns auch am Mittwoch von der Schule zu befreien. Wir haben wirklich Glück mit ihr, zwar ist sie (wie schon tausend Mal gesagt) keine Élise, aber sie ist trotzdem richtig nett.

Das Wochenende zuvor war ich gemeinsam mit Gildas an der Südwest-Küste in Quiberon, was hieß Autofahren (yesssss j’adorrre j’adorrre = Ich liebe liebe liebe liebe liebe es sehr!) und endlich wieder entspannen. Die böse Überraschung kam dann am Sonntagmorgen, als ich mit einem Ausschlag, der sich als Nesselsucht entpuppte, aufstand. Nesselsucht kann von wirklich allem kommen und sieht aus wie abartig riesige Schnakenstiche, die sich auf der ganzen Haut, sogar am Ohrläppchen, befinden. Da sonntags die Apotheken zu haben, verbrachte ich den Tag damit zu leiden und kalte Duschen zu nehmen, da das das Einzige nicht medikamentöse ist, dass einen für einige Momente von den Schmerzen befreit. Zum Glück hat Gildas Call of Duty – Black OPS Zombiemode, sodass ich meine Aggressionen an Zombies rauslassen konnte ;)


Wir freuen uns wahnsinnig auf die Faschingsferien (bei uns zwei Wochen, allerdings ohne Fasching L), die bereits nächste Woche beginnen. Die erste Woche verbringen wir bei Biarritz (Südwest-Küste Frankreichs, etwa 30km von Spanien entfernt) und die zweite kommen meine Schwester Lola und meine Cousine Heli vorbei.