Biep, biep, biep – TAC
Biep, biep, biep – TAC
Biep, biep, biep – Heute verstehe ich, wieso die Kinder sich
immer von einem wegdrehen, wenn man sie nach der Sieste wecken will. Der
Unterschied: bei ihnen ist es 15h45, bei mir 05h.
Bevor ich die Chance ergreife, meinen Wecker ein drittes Mal
auf Snooze zu stellen, schalte ich meine Nachttischlampe an und strampele meine
flauschige Decke weg – Aufgschdanda wird! Mit einem grumpy cat – Gesicht stapfe
ich die Treppe zur Küche runter und schalte den Wasserkocher an. Einige Minuten
später erscheint Steffi mit einem strahlenden Lächeln auf den Lippen sowie dem
Spruch: „Wenn um 05 Uhr das Licht in der Küche brennt, kann es nur Eva sein.“
Heute gehen wir nach Saint-Malo und ratet mal, wer die wahnsinnig kluge Idee
hatte, den ersten Zug zu nehmen, um am Strand den Sonnenaufgang zu genießen…Mit
leichter Verzögerung und Gepäck (wieso habe ich meinen Schlafsack mitgenommen?)
laufen wir zur Métro – die Fahrräder lassen wir in der Garage, nachdem meins am
Donnerstag vor der Métrostation gestohlen wurde. Einige Zeit später erreichen
wir den Bahnhof, kaufen unsere Tickets und setzen uns in den Zug. Nach einem
Power Nap haben wir unser Ziel bereits erreicht und stehen am Bahnhof von
Saint-Malo. Pain au chocolat und Croissaint einkaufen und los geht’s – wir suchen
den Strand. Dort angekommen flippen wir erst mal aus – WIR SIND AM MEER! Der
Strand scheint endlos, da Ebbe ist. Wir promenieren uns am Strand entlang, machen
24570 Bilder, schmeißen uns gelegentlich den Satz „Ich kann nicht glauben, dass
wir am Meer sind!“ entgegen und sammeln Muscheln.
| Muschelnsammeln |
| Startpunkt: Turm der Kathedrale (Zentral im Hintergrund) |
| Fast-Sonnenaufgang am Strand von Saint-Malo |
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| Pain au chocolat + Eva & Croissant + Steffi |
Da die Flut langsam aber sicher zurückkehrt, legen wir unseren Spaziergang fort und klettern an der Bucht entlang, um an der Spitze anzukommen. Der Ausblick ist unglaublich; erneut folgt ein „Krass, wir sind echt am Meer.“. Es ist halb 10 in Frankreich – zwar haben wir kein Knoppers dabei, dafür aber eine Thermoskanne Tee, deren Inhalt nun mit dem Blick aufs Meer und unseren Startpunkt genossen wird. Wir klettern weiter herum und dieses Bild entsteht:
| Anti-Touri-Ort I / Zwischenstopp an der Spitze |
Laut knurren unsere Mägen und wir machen uns auf den Weg zur Innenstadt. Unserer Rückweg wird uns durch das Meer (inzwischen ist der endlose Strand verschwunden, nur eine kleine Fläche bleibt), sodass wir durch die Siedlungen Saint-Malos trappen. Nach einer gefühlten Ewigkeit (5 km am Strand fühlen sich kürzer an als wenn man an der Straße entlang läuft) halten wir Baguette und Käse in der Hand – an der Promenade genießen wir unser französisches Mittagessen, danach geht’s auf zu Intra Muros, der Altstadt Saint-Malos, welche im Zweiten Weltkrieg zu 80% zerstört und danach im alten Stil wieder aufgebaut wurde. Dort laufen wir auf der Mauer (ein Schrittzähler wäre an diesem Tag wirklich cool gewesen!) und gönnen uns eine chocolat chaud in einem Café. Während es vormittags bewölkt und angenehm kühl war, scheint nun die Sonne und es ist zu warm, um im Zwiebellook (Strumpfhose, Socken, Hose, Top, Hemd, Cardigan, Winterjacke, Stirnband) rumzulaufen.
| Spaziergang auf der Intra Muros |
Inzwischen ist es 15 Uhr und wir gehen wieder an den Stand; erneut ist Ebbe - das Wasser verschwindet, die Menschen kommen. Nun wird das Chateau von Saint-Malo besichtigt bzw. die Insel, da das Chateau nur zur Hochsaison seine Tore für die Besucher öffnet. Auf der Insel snacken wir Brownies und Schokocrêpes und fühlen uns erneut französisch.
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| Blick von der Intra Muros. Links im Hintergrund das Chateau |
| Chateau von Saint-Malo |
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| Anti-Touri-Ort II / Snacking |
Zum Ausklang des Tages sitzen
wir wieder am Strand und versuchen, die schreienden Kinder zu ignorieren; am
Wochenende brauchen wir Abstand von unserer Arbeit. So langsam ist es Zeit zu
gehen, denn der letzte Zug nach Rennes fährt bereits um 19h55. Wir genießen den
letzten Blick auf das Meer und brechen auf. Im Zug werden wir uns unserer
schmerzenden Füße und schweren Augenlider bewusst und es folgt ein Power Nap.
Zuhause angekommen snacken wir noch gemütlich und ziehen das Fazit: 7,50€ und
eine dreiviertelstündige Fahrt bis ans Meer sind eigentlich zu schön um wahr zu
sein. Wir hatten einen wunderschönen Tag, führten tolle Gespräche, erkundigten gemeinsam
Anti-Touristen-Orte, haben insgesamt 175 Bilder aufgenommen und haben endlich
wieder etwas erlebt.
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Da Lise übers Wochenende in Deutschland war, da ihre Oma 80
Jahre alt geworden ist, erlebten Steffi und ich Saint-Malo zu zweit. Saint-Malo
ist auf jeden Fall sehenswert, vor allem, wenn man kein bestimmtes Ziel hat,
sondern einfach losläuft.Die Woche war normal anstrengend – ein kleiner
Höhepunkt war das Radiologie-Ergebnis, dass ich endlich wieder gesund bin!



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