Finsternis kann
keine Finsternis vertreiben.
Das gelingt nur dem Licht.
Hass kann den Hass nicht austreiben.
Das gelingt nur der Liebe.
Martin Luther King
Es ist zwar „schon“ über eine Woche her, dass Paris mit
Attentaten überrascht wurde, aber der Schock ist noch da. Die Angst ist da. Nicht
nur in Paris direkt, sondern überall in Frankreich. Wir sind über zwei Stunden
von der Hauptstadt entfernt, aber ein Kind hatte so große Angst vor weiteren
Attentaten, dass es nicht mehr einschlafen konnte. Nun haben wir einen
beschützenden Stein im Sieste – Zimmer aufgehängt und das Kind kann endlich
wieder schlafen. Taschenkontrollen in der Stadt sind an der
Tagesordnung und durch den Ausnahmezustand werden viele Veranstaltungen
abgesagt, um möglichen Attentaten keinen Raum zu lassen.
Mir fehlen die Worte und ich möchte/muss auch nicht viel
bezüglich dieses Themas sagen, außer, dass ich die Solidarität, vor allem mit den
Flüchtlingen, großartig und berührend finde.
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#prayforparis
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Neuste Studien zeigen: Krokodilstränen führen zu Rebellion
Rennes am Mittwoch, dem 4.11., um 21.00.
Eine Nachricht
erschüttert das harmonische Freiwilligenhaus.
Nach langer Suche wurde eine neue Wohnmöglichkeit
gefunden – jedoch nur für zwei der fünf Freiwilligen, Mario und Louise. Aufgrund
mehrerer schwieriger und gefährlicher Situationen mit dem Nachbar und seinen
neun Hunden beschloss die Organisation Compagnons Bâtisseurs, dass sie die
gegenwärtige Lage nicht verantworten können.
Doch erst am besagten Mittwoch Abend wurde klar, dass der Umzug nicht nur eine Option,
sondern obligatorisch war. Die Reaktionen waren deutlich auf den Gesichtern der
anderen drei Freiwilligen zu sehen. Eine Freiwillige brach in Tränen aus. „Da
wir nicht wussten, wo wir nun wohnen sollen, malte ich mir die schlimmsten
Szenarien aus. Das war einfach zu viel für mich.“
In den folgenden Stunden spielte sich das ab, was man „Die
fünf Phasen der Trauer“ nennt: Leugnung („Ne, das is nicht deren Ernst, das
dürfen die doch nicht.“), Zorn („Wir ziehen hier nicht aus!“), Verhandlung („Hier
gibt es so viele Brücken, wir schnappen uns einfach ein Zelt und wohnen da,
alle zusammen!“), Depression („Wir werden getrennt, die Welt ist ungerecht.“)
und Akzeptanz („Okay, lass uns mal im Internet schauen, was es für Alternativen
gibt.“).
In späteren Interviews wurde dann bestätigt, was davor
schon vermutet wurde: Die drei Mädchen sind zu einer Familie zusammengewachsen und
haben die anderen Freiwilligen in ihr Herz geschlossen. Dies machte es ihnen
schwer, die Trennung zu akzeptieren.
Wahrlich geholfen hat jedoch nur ein
Besuch beim Piercer. Berichten zufolge hat sich eine Freiwillige einen Helix,
die andere einen Nasenpiercing stechen lassen.
em
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Ja, der Umzug war ein riesiger Schock für uns. Nachdem
wir uns endgültig mit der Situation abgefunden hatten, haben wir leider auch
festgestellt, dass es unmöglich ist, in einer Stadt wie Rennes ein Appartement
für drei Personen zu finden, das die finanziellen Mittel nicht übersteigt. Da
in dem neuen Haus von Mario und Louise noch ein Zimmer frei ist, haben wir ausgelost,
wer dort wohnen wird; es traf Lise. Steffi und ich haben ein frisch renoviertes
Appartement im Zentrum, welches höchstwahrscheinlich nicht bis zum Umzug der
anderen einzugsbereit ist. Dies heißt, dass wir noch ein bis zwei Wochen alleine
ohne jegliche Einrichtung (wir werden um die Mikrowelle kämpfen!) im
Freiwilligenhaus wohnen werden.
Es wird mir total fehlen, die Haustür zu öffnen und
Louises Musik zu hören, jeden Abend zusammen TV zu schauen, lautstark nach
Crêpes zu verlangen (und sie dann auch bekommen <3 ), Marios „PUTAIN“ – Ausrufe. Einfach alles. Wir
sind/waren nicht nur einfach ein paar Freiwillige, die man zusammen in ein Haus
geschmissen hat. Wir sind Freunde. Helfer. Tröster. Schon fast eine Familie.
Der Silberstreifen am Horizont ist, dass wir nicht weit
von dem neuen Freiwilligenhaus entfernt wohnen und dadurch weitere „The
Mentalist“ und Kochabende gesichert sind.
Auch am 12.11. passierte etwas Schreckliches - in den
Augen der Kinder, aber auch uns Erwachsenen hat es das Herz gebrochen. Eine „große böse Maschine“ hat den Großteil der Bäume, die direkt an das Schulgelände
angrenzten, abgesägt. Das einzig Gute ist, dass wir nun viel mehr von der Sonne
sehen und die Schule um einiges heller und wärmer ist als zuvor.
Am 13.11. war das Laternenfest / Sankt Martin. Bilder
folgen hoffentlich noch (ich hab schon einen Papa/Hobbyfotograph darauf
angehauen :) ). Es war sehr schön, sowohl die Laternen als auch das Fest an
sich. Zu Beginn gab es ein selbst geschriebenes Theaterstück einer Lehrerin, in
dem es darum ging, dass negatives gleichzeitig auch positiv ist – hat natürlich
perfekt zu unserer jetzigen Situation mit dem Umzug gepasst. Danach war der
Laternenzug (leider ohne Sankt Martin und dem Bettler, so wie ich es aus meiner
Grundschule kenne), deren Begleitungsmusik trotz großer Liedauswahl nur aus „Ich
geh mit meiner Laterne“ und „Sonne, Mond und Sterne“ bestand und zum Abschluss
ein Lagerfeuer und Suppe.
| Kindergarten-Laternen |
Mein Herz explodierte fast vor Freude, als ich am 15.11.
zum ersten Mal im Gottesdienst einer Freikirche war und herzlich aufgenommen
wurde. Der Gottesdienst war sehr bewegend, vor allem weil wir am Anfang für
Paris, aber auch für den Frieden auf der ganzen Welt gebetet haben. Das „Hier
bin ich richtig. Hier bin ich Zuhause.“ – Gefühl wurde nach dem Gottesdienst
durch Einladungen zum Mittagessen und schöne Gespräche sowie das Austauschen
von Handynummern noch mal bekräftigt.
Am Freitag, dem 20.11., waren Steffi und ich auf einer
Party. Dachten wir zumindest, bevor wir hingingen. Der Anblick einer Harfe und
einer Geige machte unsere Party-Stimmung zunichte. Bretonische Volksmusik statt
Clubmusik. Unser „Wir hätten auch in unseren Schlafis Zuhause gammeln können“ -
Gedanke verflüchtigte sich aber sehr schnell, da bretonische Musik richtig cool
ist. Es gibt zwar traditionelle Tänze, aber da diese keiner konnte, sind wir
hüpfend durch den Raum getanzt und haben uns prächtig amüsiert. Danach trat
eine Jazz – Band auf und weiter gings mit dem Tanzen. Der krönende Abschluss
war eine Studentin, die dann zu Jazzmusik gesungen hat. Wow. Ein toller Abend
und wir waren endlich mal aktiv!
Gestern war der Hunger Games (Tribute von Panem)
Marathon. 12 Stunden im Kino. Zum Glück hatten wir jede Menge Snacking
(Schokomuffins, Scones, Galettes sablées, Sandwiches, Cola) dabei und unsere
Leggins an :D Erneut ein gelungener Tag!
| Pre-Snacking / Brunch vor dem Kino |
Heute waren wir im Parc Gayeulles, ein absolutes Muss,
wenn man Rennes besucht. Ein perfektes Ausflugsziel für Familien: Spielplätze, ein
Minigolf-Platz, ein Wildgehege, mehrere Seen und Teiche, ein Trimm dich Pfad
und Grill- & Picknickplätze.
| Trimm dich Pfad mal anders :) |
Zusammengefasst kann man sagen, dass dieses Wochenende
perfekt und aktiv war. Und das mein Blogeintrag eindeutig zu lang ist, also „Chapeau“
an alle, die es bis zum Ende durchgehalten haben!






