Sonntag, 27. September 2015

~9~ Spiel, Spaß und Spannung für die ganze Familie!

Im Folgenden werden diverse Spiele vorgestellt - bei Verlusten jeglicher Art wird keine Haftung übernommen.



Bist du giftig? /Pilze sammeln I

Spieler: mind. 1 + 1 Pilzkenner
Alter: 16-70
Spieldauer: + 2h
Spielanleitung:
Dieses Spiel findet im Wald statt. Die geeignete Jahreszeit für das Spiel ist Herbst, am Besten an einem warmen, leicht schwülen Tag. Der/die Spieler verteilen sich im Wald, auf der Suche nach Pilzen. Die einzige Spielregel hierbei: Es wird nur nach Pilzen mit Schwämmen gesucht; Lamellen sind nicht erwünscht. Ist ein Pilz gefunden, ruft man laut nach dem Pilzkenner: "Ist dieser Pilz giftig?". Nach (eindeutiger) Bestimmung wird der Pilz entweder in den Korb gelegt oder zurückgelassen. 
Die mutigen Spieler braten die gesammelten Pilze an und essen sie anschließend. 



Durchhaltevermögen/ Steffi lernt häkeln

Spieler: mind. 1 + Steffi
Alter: 0-99
Spieldauer: mehrere Tage
Spielinhalt: Häkelnadel, Laptop, Wolle, Youtube-Tutorials 
Spielvorbereitung:
Am Laptop wird zuerst nach Youtube-Tutorials gesucht. Ist ein passendes Tutorial gefunden, kann das Spiel beginnen. 
Spielanleitung:
Das Tutorial wird mehrmals hintereinander angeschaut und dann versucht Steffi, zu häkeln. Der/die Spieler fungiert/fungieren als Berater, Unterstützer und Motivator. Beendet ist das Spiel, wenn Steffi zum 22359843 Mal ihr angefangenes Häkelzeug auftrennt. 
Dieses Spiel wird vorzugsweise abends gespielt, da Steffi dann über Nacht neue Kraft tanken kann.


Erfrieren oder verbrühen? / Duschen

Spieler: 1
Alter: 18-31
Spieldauer: (hoffentlich) max. 5 Minuten
Spielinhalt: Dusche mit einem warmen und einem kalten Wasserhahn
Spielanleitung:
Das Spiel findet in der Dusche statt. Nun werden sowohl der warme als auch der kalte Wasserhahn aufgedreht. Ziel ist es, die perfekte Wassertemperatur einzustellen, ohne hierbei zu erfrieren oder sich zu verbrühen. Begleitet wird dieses Spiel je nach Belieben von Musik, Schreien oder entnervtem/verzweifelten Stöhnen. 



Ich sehe gelb! / Mit Lise einkaufen gehen

Spieler: mind. 1 + Lise
Geduldsgrenze(hier wird nicht nach Alter, sondern nach Geduld gefragt, da diese je nach Person variiert): sehr hoch
Spieldauer: +15 Minuten
Spielanleitung:
Das Spiel "Ich sehe gelb!" findet im Carrefour oder in einem beliebigem anderem Einkaufsort statt, genauer gesagt vor dem Käseregal. Der Schwierigkeitsgrad ist je nach Größe des Regals verschieden - je größer das Regal, desto schwieriger das Spiel. Gemeinsam wird nun nach der Lösung des folgenden Problems gesucht: "Welchen Käse nimmt Lise?" Jeder Käse wird ausführlich betrachtet und anschließend bewertet. Auch hier gilt, Lise nur Tipps und Informationen über die Käsesorten zu geben, jedoch keine eindeutige Antwort. Wenn der Geduldsfaden reißt, ist die Regel ungültig und das Spiel bald (ca. 5 Minuten) beendet. 
Spielvariationen: Das Spiel heißt zwar "Ich sehe gelb!", kann aber auch mit anderen Lebensmitteln gespielt werden. Beliebt ist hierbei Schokolade, aber auch Geschenkmöglichkeiten für den 80. Geburtstag von Lises Oma.


Jackenwahn / Lises Entscheidung 

Spieler: mind. 2 + Lise
: sehr hoch
Spieldauer: +10 Minuten (abhängig von Geduldsgrenze)
Spielanleitung:
Eigentliches Ziel des Spiels ist es, aus dem Haus zu gehen - das Ziel ist jedoch unwichtig. Jeder Spieler richtet sich (Zähne putzen, aus dem Schlafi in "normale" Kleidung etc.). Sobald man fertig ist, wartet man an der Garderobe auf die Mitspieler. Dort stellt Lise die entscheidende Frage: "Soll ich eine Jacke anziehen oder nicht?" Nun darf jeder Spieler einen Tipp abgeben (z.B. "Heute ist es schon ziemlich warm.", "Ich nehme keine Jacke mit..."), doch man darf Lise keine eindeutige Antwort auf ihre Frage geben. Das Spiel neigt sich dem Ende, wenn die Geduldsgrenze erreicht ist - dann kann man Lise (entnervt) antworten. Dieses Spiel kann täglich gespielt werden, jedoch nicht spät abends, da die letzte Metro um 1h30 fährt.



Kontrolle / Snacking

Spieler: mind. 2
Alter: 18
Spieldauer: bis zu 2h
Spielinhalt: Essen
Spielanleitung:
Dieses Spiel ist sehr simpel: Man stecke die Spieler in einen Raum und warte ab. Bald wird der Erste folgenden Satz aussprechen: "Ich hab Lust, was zu essen.". Die anderen Spieler stimmen dann entweder zu ("Ja, n bisschen Snacking wäre ganz nett.") oder ab ("Ne, ich hab heute schon so viel gegessen."). Es gibt nur zwei Spielausgänge: entweder das Spiel ist zu Ende, wenn es kein Essen mehr gibt, oder wenn den Spielern schlecht ist. Bei letzterem Ausgang warten die Spieler ca. eine Viertelstunde, danach kann das Spiel fortgesetzt werden.
Dieses Spiel kann täglich zu jeder Tageszeit gespielt werden.


Magnetik überwinden

Spieler: mind. 1 + zwei Kinder
Alter: 3-99
Spieldauer: 8h
Spielanleitung:
Das Spiel kann sowohl draußen als auch innen gespielt werden. Dort gilt es, die zwei Kinder so weit wie möglich auseinander zu halten. Gewonnen hat man, wenn dies gelingt. Die Folge des Verlierens ist es, dass Chaos und Geschrei ausbricht.


Such die Lise / Pilze sammeln II

Spieler: mind. 2
Alter: 12-99
Spieldauer: + 1h
Spielanleitung: 
Man fährt gemeinsam in den Wald. Dort angekommen lautet die Aufgabe, genießbare Pilze zu finden - entweder einzeln oder in Teams. Und dann nimmt das Spiel von ganz alleine seinen Lauf, denn irgendwann ist Lise unauffindbar. Dann gilt es, rufend und in leichte Panik geraten, Lise zu finden. Das Spiel kann beliebig oft wiederholt werden.
Bei schlechtem Wetter kann man auch im Freiwilligenhaus spielen. Hierbei wird variiert: Lise sucht nicht nach Pilzen, sondern macht IRGENDWAS.


Wetten, dass...? 

Spieler: mind. 2 + ein Kind
Alter: 3-99
Spieldauer: max. 10 Minuten
Spielanleitung:
Das Spiel beginnt, sobald die Stimme des Kindes höher wird und die Unterlippe beginnt, zu zittern. Dann schauen sich die Spieler in die Augen und überlegen gleichzeitig, wann es so weit sein wird. Per Augenzeichen wird nun gewettet. Wenn das Kind anfängt zu weinen, wird über einen raschen Blick der Gewinner entschieden und danach kümmert man sich mehrere Stunden um das Kind, bis es aufhört. 

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Auch dieses Wochenende war recht unspektakulär, da ich immer noch Hausarrest habe - samstags Pilze sammeln mit unser Ansprechpartnerin Sünnje war die einzige auserhäusliche (Neologismus?) Aktivität. Allerdings gab es diese Woche auch etwas zu feiern, denn wir sind nun bereits seit einem Monat hier in Rennes und das musste gefeiert werden, sodass wir heute in einem bretonischen Restaurant zu Mittag gegessen haben - natürlich Galettes, die Spezialität der Bretagne. 

Für mich ist es immer noch incompréhensible, dass ich ein Jahr in Rennes leben werde, jedoch ist das "Urlaubsgefühl" dank der Arbeit abgeklungen. 




Sonntag, 20. September 2015

~8~ Hausarrest

Ich kann nicht mehr. Ich will nicht mehr. In Zeitlupe entsperre ich mein Handy und tippe langsam aber sicher die Nummer meiner Ansprechpartnerin ein. "Hilf mir bitte.", keuche ich ins Telefon. "Eva, alles okay?", höre ich Steffi aus dem Wohnzimmer rufen. Nein, nichts ist okay. Der Ohnmacht nahe wanke ich ins Wohnzimmer, das Handy noch immer am Ohr. Die Gesichter der Anderen bestätigen mir, dass ich genauso aussehe, wie ich mich fühle: "müde" wäre genauso untertrieben wie "leicht warm". Mit letzter Kraft reiche ich das Handy weiter an Steffi und begebe mich an den Tisch, das Gesicht auf der Tischplatte. Die Stimmen der Anderen, die sich rührend um mich kümmern und mich mit Decken, Kissen und Trinken versorgen, beachte ich nicht mehr. Mein Kopf steht kurz vor der Explosion. "Eva, bald kommt jemand!", höre ich, ebenso die Anekdoten, die Steffi mir erzählt, um sicherzustellen, dass ich noch bei Bewusstsein bin. Der Arzt kommt, untersucht mich und verschreibt mir Antibiotica und Paracetamol, redet noch was von radiographie pulmonaire und gibt mir die Rechnung. 

Röntgenbild meiner Lunge
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Tja, wie sich herausgestellt hat, war meine leichte Erkältung vom letzten Blogeintrag doch nicht so leicht wie gedacht. Nachdem der Husten immer schlimmer wurde und meine Nasennebenhöhlen verstopft waren, was zu Kopfweh führte, habe ich Fieber bekommen. Am Mittwoch bin ich dann abends zusammengebrochen, weil es mir so mies ging.
Mittlerweile geht es mir schon viel besser, morgen arbeite ich wieder, allerdings nur Teilzeit, um mich zu schonen :)
Den Hausarrest, den mir meine lieben Mitbewohner verschrieben haben, halte ich weiterhin brav ein. Die einzigen Highlights, die ich Zuhause erlebe, sind die zahlreichen Spinnenattacken, denen wir ausgesetzt sind. Unser Gespräch besteht hierbei aus Gekreische, das Verlangen nach Glas und Papier, "IST DIE TÜR OFFEN???" und dem letzten Schrei, wenn ich die Spinne in die Freiheit schmeiße. Danach ekeln wir uns, gönnen uns Süßis (zum Glück haben wir keine Waage!) und alles ist wieder gut :D



Sonntag, 13. September 2015

~7~ Schlafanzug, Honig, Girlyfilme

Survival kit


1. Schutz und Wärme
-Bett
-Flauschige Kuscheldecke
-Bequemer Schlafanzug (Mickey Mouse Shirt, Gammelhose, Flauschesocken (!!!) )
-Viele Sofas wahlweise innen oder auf der Terrasse (Bonus Terrasse: Sonne und frische Luft)
-Schal

2. Gesundheit und Erste Hilfe
-Homöopathin, die selbst im Urlaub für dich da ist
-Schüsslersalze und Globuli
-Bepanthen für wunde Nase
-23975 Tempoboxen

3. Essen und Trinken
-Suppe
-Äpfel und Orangen
-eine reiche Auswahl an Tee
-1kg Honig

4. Signale, Navigation, Zeichen
-Handy (Whatsapp und Spotify)
-Laptop (auch wichtig, um Girlyfilme anzuschauen!)

5. Mehrzweckwerkzeug 
-Löffel 
-Teekanne 
-Jumbo-Tasse
-Freunde: verwendbar als Ersatzmutti (Mitgefühl, "Was kann ich dir Gutes tun?", "Soll ich dir was aus dem Carrefour mitbringen?") aber auch zur Ablenkung und Aufmunterung (z.B. Girlyabend mit gesundem (!!!) Snacking)

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Da ich seit Mittwoch krank war/bin, bestand mein Tagesablauf ausschließlich aus Schlafen, Tee trinken und Girlyfilme schauen, weshalb ich leider nichts spannendes zu erzählen habe, außer dass jedes Sofa in diesem Haus mega bequem ist ;) Desweiteren gestalten wir zur Zeit das Ess- und Wohnzimmer um, damit wir uns noch heimischer zu fühlen.


Sonntag, 6. September 2015

~6~ Bon Appetit, tous les amis...

Wir sitzen an dem viel zu kleinen Tisch. Wir halten Händchen. Das Essen dampft auf den Tellern.
Dann geht es los: Bon Appetit tous les amis...
Ich kenne nur Bruchstücke des Liedtextes, weshalb ich irgendwas vor mich hinbrabbele/summe und versuche zu ignorieren, dass die Kinder mir verstörte Blicke zuwerfen.
Das Lied neigt sich dem Ende und so singen wir lauthals: Bon Appetit, tous les amis!
Und das Schmatzen der Kinder beginnt.

Fragen, die ich mir in der vergangenen Woche gestellt habe:


Freitag
Frage 1: Was und wie viel Essen braucht man für eine Woche?
Frage 2: Wieso habe ich nicht vor dem Bezahlen daran gedacht, dass ich das Essen nach Hause tragen muss?
Frage 3: Wie lange geht die Réunion?

Samstag
Frage 1: Was machen wir heute?
Frage 2: Bekommt man vom Treppensteigen wirklich einen guten Po?
Frage 3: Haben wir uns in Rennes verlaufen?
Frage 4: Wo sind die Liegestühle für das Open Air Kino?

Sonntag
Frage 1: Wieso sind wir so fleißig und putzen die Küche?
Frage 2: Wann kommt Mario (ein sehr sympathischer Spanier, der bei den Compagnons Battiseurs in Rennes seinen Freiwilligendienst leistet und mit uns zusammen wohnt) an?

Montag
Frage 1: Kann Louise (unsere zweite Mitbewohnerin der Compagnons Battiseurs, welche aus Straßburg kommt) deutsch? Antwort: Ja und das sehr gut!
Frage 2: Was sollen wir für den ersten Schultag morgen vorbereiten? 

Dienstag
Frage 1: Wie geht das Lied, das wir bei der Réunion gelernt haben?
Frage 2: Wieso sind die Kindergartenkinder so lieb und leiser als gedacht?
Frage 3: Wieso bin ich nach dem ersten Arbeitstag nicht müde?
Frage 4: Wie macht man Tassenkuchen und wieso esse ich so viel?

Mittwoch
Frage 1: Wieso sind heute nur zwei Kinder da?
Frage 2: Woher bekommen wir Gummistiefel?
Frage 3: Woher kennt Élise (die Kindergärtnerin) so coole Cafés?

Donnerstag
Frage 1: Hat Nina (eine Lehrerin der École Les Capucines) mich vergessen?
Frage 2: Wie ist das noch mal mit dem Putzen nach dem Mittagessen?

Freitag
Frage 1: Ist Steffi meine neue Coco, weil wir immer spazieren gehen?
Frage 2: Sind wir zu alt für Spielplätze? (Antwort: Niemals!)
Frage 3: Wird ein Jahr reichen, um Rennes vollkommen zu erkunden?
Frage 4: Zu welchem Schloss passt der Schlüssel an meinem Schlüsselbund?

Samstag bzw. Sonntag
Frage 1: Wieso haben wir die schnuckligen Gassen mit den schönen Läden nicht schon früher entdeckt?
Frage 2: Will ich wirklich heute Abend auf ein Techno-Festival?
Frage 3: Sind Franzosen immer so geduldig und entspannt?
Frage 4: Wie viel Uhr ist es und seit wann tanzen wir? 
Frage 5: Ist es wirklich schon wieder hell?
Frage 6: Wie lange laufen wir noch bis zur Métro?
Frage 7: Wieso bin ich schon wieder wach?